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Meine Meinung:

Der Anfang des Buches war wunderbar stimmungsvoll und hat mich gleich gepackt. Die Atmosphäre der Bibliothek wurde sehr schön bildhaft wiedergegeben. Vor allem das riesengroße, mysteriöse und labyrinthartige Archiv hat mich total fasziniert. Ich konnte Lucys Verbundenheit zu den Büchern so gut nachvollziehen, dass ich sie beinahe schon selbst flüstern hörte. Die ganze Einführung und auch vieles danach hat mich wirklich verzaubert. Ich war neugierig und wollte unbedingt mehr über Lucy und die Bücher erfahren.


Leider entwickelte sich die Geschichte aber in eine Richtung die mich nicht begeistern konnte. Die Handlung wirkte irgendwie sehr gezwungen und war nicht schlüssig. Viele Ereignisse waren nicht nachvollziehbar, anderes war wiederum sehr vorhersehbar. Insgesamt fehlte es mir an Spannung, Tiefe und Originalität.

Der religiöse Zusammenhang konnte mich nicht überzeugen. Dieses Denken hat damals vielleicht Sinn ergeben aber heute hat sich soviel geändert, dass es neue Ansätze geben müsste die aber nicht erklärt wurden.

Sobald die Liebesgeschichte ihren Lauf nahm, wurde es sehr klischeehaft und langatmig.


Die meisten Figuren blieben blass und wirkten austauschbar. Mir war Lucy eigentlich sehr sympathisch, da ich ihre Liebe zu den Büchern teile. Allerdings hätte ich an ihrer Stelle viel mehr unternommen und hinterfragt. Gut fand ich, dass sie einen eigenen Willen hatte und auch versuchte diesen durchzusetzen. Oftmals war sie aber leider zu naiv und einige ihrer Handlungen waren nicht nachvollziehbar. Das hat mich bei Nathan allerdings noch mehr gestört. Seine Ansichten ergaben für mich meist keinen Sinn. Ich konnte zwar verstehen, dass seine Erziehung für einiges verantwortlich war, doch hätte ich auch mehr eigenes Denken von ihm erwartet. Seine Gedanken und Handlungen waren immer wieder ziemlich widersprüchlich. Das hat es mir wirklich schwer gemacht einen Draht zu den Protagonisten zu bekommen. Ihre Konversation fand ich etwas zu schlicht und wenig authentisch. Sie hatten sehr schnell Körperkontakt und fühlten sich zueinander hingezogen, obwohl sie einander überhaupt nicht kannten.

Die Nebenfiguren verhielten sich alle ziemlich ähnlich und waren charakterlich kaum zu unterscheiden. Ich konnte mir von keinem ein richtiges Bild machen.


Schreibstil:

Der Schreibstil ist einfach gehalten und sehr flüssig zu lesen. Einiges (vor allem die Bibliothek) wird sehr schön detailreich und bildhaft beschrieben. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, sodass man auch Einblick in das Leben der anderen Figuren bekommt.


Gestaltung:

Das Cover fand ich ehrlich gesagt nicht so ansprechend. Es ist eher abstrakt und hat keinen Bezug zu den alten Büchern die in der Geschichte vorkommen.

Da hätte es wesentlich schönere Motive gegebenen die die Bücherliebe zum Ausdruck bringen. Allerdings macht es mit seinen kräftigen Farben gut auf sich aufmerksam.


Die Zitate im Innenteil, sind zwar schön, doch auf dem Kindle nicht wirklich lesbar. Die Darstellung ist viel zu winzig und die Schrift ist schwer zu entziffern. Leider lässt sich diese auch nicht vergrößern, da sie als Grafik eingefügt wurde


Fazit:

Eine anfangs wunderschöne Geschichte über die Liebe zu Büchern und deren Bedeutung, die sich leider zu einer klischeehaften Liebesgeschichte mit kirchlichem Beigeschmack entwickelt, die nicht meinem Geschmack entspricht.





Eure Katrin




Oetinger Verlag        |        Bookless: Wörter durchfluten die Zeit        |        von Marah Woolf         |        312 Seiten

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