Die Winter sind hart seit die kleine Winterschwester verschwunden ist und ihre große Schwester vergeblich nach ihr sucht.
Als in Nebeldorf immer mehr Dinge verschwinden, begleitet Alfred seinen Onkel Ragnar auf der Suche nach den diebischen Trollen. Doch plötzlich verschwindet Ragnar und der Junge ist auf sich allein gestellt. Um seinen Onkel wiederzufinden muss er zuerst die kleine Winterschwester suchen. Diese Aufgabe gestaltet sich schwerer als gedacht, denn Alfred wird von einer hinterlistigen Füchsin verzaubert.
Meine Meinung:
Schon auf dem Cover ist die winterliche, mystische Stimmung zu erkennen die das Buch beim Lesen verbreitet. An manchen Stellen hatte ich wirklich das Gefühl den Wind zu hören und die Kälte zu spüren. Die Geschichte wird anfangs sehr schön mysteriös erzählt. Der Junge Alfred bekommt nur vage Hinweise die er selbst deuten muss. Er begegnet verschiedenen Fabelwesen. Manche sind hilfreich, andere listig. Das bringt eine gewisse Spannung mit sich.
Der Wikingerjungen Alfred spielt seinen Dorfbewohnern gerne Streiche. Ich mag es wenn jemand frech ist, aber Alfred ist das auf eine merkwürdige Weise. Er weiß nicht warum er diese Streiche spielt und empfindet dabei oft nicht mal Freude (Hier wird das Thema Depressionen angedeutet aber nicht erklärt). Das macht ihn schwer zugänglich und lässt den Jungen nicht gerade sympathisch wirken. Als er seinem Onkel in den Wald folgt, lernt man auch andere Seiten von Alfred kennen, doch so richtig verstehen kann ich ihn nicht.
Der Schreibstil ist teilweise sehr einfach gehalten, manches wird wiederum bildhaft und ausführlich beschrieben. Das wechselt immer wieder hin und her. Ähnlich wechselhaft ist auch der ganze Erzählstil und die Handlung. Einerseits hat man das Gefühl das Buch ist für wirklich kleine Kinder geschrieben (3-5 Jahre) doch an manchen Stellen ist es eher etwas für Erwachsene. Hier konnte man sich einfach nicht entscheiden und das macht das Lesen nicht gerade angenehm. Themen wie Depression und Transsexualität werden ganz nebenbei angesprochen aber nicht erklärt. Da frage ich mich welchen Sinn das hat. Die Themen tragen nichts zur Handlung bei und ohne Erklärung sind sie für Kinder nur irritierend. Sollen Eltern hier herausgefordert werden eine eigene Erklärung zu liefern? Oder soll die Geschichte dadurch einfach nur moderner wirken?
Nach den ganzen mysteriösen Vorkommnissen war ich wirklich gespannt auf das Ende bzw. die Auflösung. Diese hat mich allerdings ziemlich enttäuscht. Der Ausgang der Geschichte ist schlicht gehalten und kann die Erwartungen die aufgebaut wurden nicht erfüllen.
Auf den letzten Seiten gibt es ein Glossar das die Welt der nordischen Götter erklärt. Schöner wäre es gewesen wenn diese Informationen in die Geschichte eingeflossen wären. So hätte man ein besseres Verständnis für die nordische Mythologie bekommen.
Gestaltung:
Die vereinzelten Illustrationen sind Geschmacksache. Sie sind sehr modern gehalten. Die Landschaften und Verzierungen sind meist stimmungsvoll gezeichnet. Die Figuren sind eher schlicht und wirken grob. Wirklich gut gelungen ist die harmonische Farbgebung.
Vielen Dank an NetGalley und den Thienemann Verlag für das Leseexemplar!