Die Zwillinge Page und Turner fühlen sich von ihren Eltern nicht beachtet. Sie gehen zum einzigen Ort den sie ohne ihre Eltern besuchen dürfen. In die Bibliothek. Dort wird die Magie der Bücher lebendig und droht zu explodieren. Gemeinsam mit verschiedenen Figuren die aus ihren Büchern geschlüpft sind, versuchen die Kinder eine Lösung für das Problem zu finden.
Meine Meinung:
Das Cover und der Titel haben bei mir den Eindruck erweckt, hier eine stimmungsvolle Geschichte zu finden die den Zauber von Büchern verbreitet. Da habe ich mich leider getäuscht.
Die Geschichte ist sehr einfach gehalten. Man begleitet die Zwillinge Page und Turner, die in der Bibliothek Buchfiguren begegnen, welche aus ihren Geschichten gekommen sind. Viel erfährt man nicht über diese Figuren. Und das ist wirklich schade. Denn die lebendig gewordenen Buchfiguren, sind der Zielgruppe (8-12 Jährige) ganz sicher nicht bekannt. Welches Kind kennt denn zum Beispiel Dracula oder die Schatzinsel? Da in diesem Buch nicht genug auf die Personen eingegangen wird, können die jungen Leser rein gar nichts damit anfangen.
Lehrreiche Inhalte werden mit der Holzhammer Methode vermittelt. Anstatt dem Leser etwas zum Nachdenken zu geben, wird hier plump geschrieben was die Leute dazugelernt haben. Und zwar ohne den Weg dorthin zu beschreiben. Die Figuren haben einfach die Erkenntnis etwas falsch gemacht zu haben und werden natürlich sofort ihr Verhalten ändern. Denn so funktionieren Menschen nun mal. ;)
Das Ganze wird sehr wirr und chaotisch erzählt. Ständig muss etwas heftiges passieren das nicht unbedingt Sinn ergibt. Alles geht sehr schnell ohne dass man weiß warum. Natürlich dürfen die Kinder sofort von der geheimen Magie erfahren und auch gleich mithelfen. Die ganze Stadt könnte dabei zerstört werden, aber was soll’s. Die Kinder machen das schon.
Die Zwillinge Page und Turner sind unnahbar und unsympathisch. Dass das Mädchen wie ein Junge aussieht und der Junge wie ein Mädchen, soll wahrscheinlich besonders kreativ sein. Beide zicken sich ständig an. Page hat stets schlechte Laune und Turner ist meist niedergeschlagen. Kein Wunder…
Ich weiß nicht was an diesem Buch Freude machen soll. Erwachsene können sich vielleicht über die Erwähnung alter Buchfiguren freuen, aber das war’s auch schon.
Gestaltung
Die Illustrationen sind sehr schlicht und schnell gezeichnet. Ich habe nichts gegen einen schlichten Zeichenstil. Es ist möglich mit wenigen Strichen viel auszudrücken. Viele Künstler bekommen das ganz hervorragend hin. Hier ist dies leider nicht gelungen. Die Zeichnungen wirken vollkommen lieblos, als hätte man sie in Eile angefertigt.
Auch die Kolorierung ist überaus einfach gehalten. Es gibt kaum Schatten oder Licht und auch keine farblichen Abstufungen. Viele Bilder sind komplett in einer Farbe gehalten. So wirken sie leblos und haben keinerlei Wirkung. Dies passt allerdings hervorragend zum Inhalt des Buches.
Bei der Darstellung der Personen wurden oft sogar die Augen weggelassen. Und das, obwohl es nur Punkte sind. Ein „Vernichtender Blick“ muss unter das Bild geschrieben werden, da die Illustratorin scheinbar einen solchen Blick nicht zeichnen kann. Das finde ich wirklich traurig.
Ich bin in jeder Hinsicht absolut enttäuscht von diesem Buch und kann es leider nicht weiterempfehlen.
Vielen Dank an Netgalley und den Loewe Verlag für das Leseexemplar.